Ausstellung
Donnerstag 01.09.2022
18:00 - 22:00
Freitag 02.09.2022
13:00 - 21:00
Samstag 03.09.2022
13:00 - 21:00
Sonntag 04.09.2022
13:00 - 19:00
Montag 05.09.2022
13:00 - 19:00
Dienstag 06.09.2022
13:00 - 19:00
Mittwoch 07.09.2022
13:00 - 19:00
Donnerstag 08.09.2022
13:00 - 21:00
Freitag 09.09.2022
13:00 - 21:00
Samstag 10.09.2022
13:00 - 21:00
Sonntag 11.09.2022
13:00 - 19:00
Who Cares? Feminist Art Festival - The Right Distance_c-iCollective e.V.
COVEN BERLIN, AXE PULSE
Dirk Sorge, The Cure Department
Ileana Pascalau, Breathe Out (2022)
Kollektiv(e) Selbstausbeutung (OKS Ottersberg), Umsorgniserregend
Rebecca Korang, Sonette der Wut
Rosmarie Weinlich, Antropische Wildnis
The Hologram, A Proposal for an Autonomous Peer-to-Peer Clinic for Those Who Give Care
Satelitbeitrag: Schaufensterinstallation in r17 Experimental Space (Rudi-Dutschke-Straße 17), iCollective e.V.

Unter dem Titel The Right Distance (dt. der richtige Abstand) lädt die zweite Ausgabe des Festivals Künstler*innen, Aktivist*innen und Kulturschaffende ein, über den Zwischenraum nachzudenken, der zwischen dem*der Care-Geber*in und dem*der Care-Empfänger*in geschaffen wird. Wenn Care-Arbeit bedeutet, sich in einer Situation der Verbundenheit und Verletzlichkeit zu befinden, unter welchen Bedingungen können wir dann sagen, dass sich jemand um ein anderes Lebewesen kümmert? Und wie wird dieser Raum geschaffen, aufrechterhalten und schließlich erweitert, damit er für die Beteiligten nicht zum Nachteil wird?


AXE PULSE

COVEN BERLIN

Die Pubertät ist nichts anderes als eine endlose Reihe von Widersprüchen. Als Teenager verbringt man seine Tage mit einer Vielzahl von Menschen und fühlt sich doch oft völlig isoliert. Man formt seine eigene Identität und wird doch unauslöschlich von den Einflüssen um einen herum geprägt. Es ist eine quälende, magische und prägende Zeit, mit Höhen und Tiefen, die ebenso verheerend wie berauschend sind.

Die Queer-Theorie begreift Kategorien von Geschlecht und Sexualität als instabil, sich verändernd, formbar und kontextabhängig, und COVEN BERLIN begreift Adoleszenz auf ähnliche Weise: Als eine Zeitlichkeit des „Noch-nicht-Da-Seins“, als eine gewissen Unfertigkeit, die ein wesentlicher Teil unserer politischen Vorstellungskraft ist. So wie der jugendliche Körper in seiner Gegenwart gefangen ist, in einem Moment der Veränderung, so lebt auch die Queerness vom ständigen Werden, von der Existenz in einer utopischen, gerade noch unerreichbaren Zukunft. Wie Jose Esteban Muñoz es ausdrückt, „können wir Queerness vielleicht nie anfassen, aber wir können sie als das warme Licht eines von Potenzialität durchdrungenen Horizonts spüren“. In diesem Sinne ist die Adoleszenz der Raum, in dem die Utopie wachsen kann.

COVEN BERLIN präsentiert mit AXE PULSE  einen Namen, der von einem alten Duft der beliebten Deodorantmarke für Teenager inspiriert ist, als Antwort auf Fürsorge. Die Pubertät ist eine Zeit, in der wir alle Zuwendung brauchten, aber nur selten lernten, danach zu fragen oder unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen, und viele von uns hatten auch keinen Zugang zu der Fürsorge, die wir wirklich benötigt hätten. In diesem Sinne ist die Adoleszenz ein lebenslanger Prozess, in dem man lernt, für sich selbst und auch für andere zu sorgen.

Ab 13 Jahren
Dauer: unterschiedlich
Sprache: Englisch
Vorwissen notwendig ×
Untertitel × (Transkript zum Mitlesen auf Englisch und Deutsch)
Übersetzung/Englisch
Übersetzung/Deutsch
Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Platz für Rollstuhl
Übersetzung in Gebärdesprache ×

 

Cure Department 1+2 
Dirk Sorge

In der Installation werden zwei Abteilungen der Reihe „Cure Departments“ gezeigt. Die Stimmgabel, die mit 528 Hertz schwingt, soll laut Angabe im Onlineshop die menschliche DNA reparieren. 528 Hertz ist eine der sogenannten Solfeggio-Frequenzen. Die Besucher*innen der Ausstellung dürfen die Stimmgabel selbst anschlagen und den heilenden Klang kostenlos ausprobieren.

Die zweite Abteilung nutzt diese und 8 weitere Solfeggio-Frequenzen, um eine audiovisuelle Komposition zu generieren. Die Idee der Heilung durch Klänge suggeriert, dass der Mensch wie ein verstimmtes Musikinstrument richtig eingestellt werden muss, damit er funktioniert. Was dabei „richtig“ ist und woher diese genormte Stimmung kommt, wird aber nicht hinterfragt. Die Frage wird verdeckt durch diffuse Hinweise auf die Zahlenmystik von Pythagoras, Mönchsgesänge im Mittelalter und vage Bezüge zum Buddhismus. Die Bevormundung durch die Schulmedizin wird durch ein anderes paternalistisches System ersetzt, das ebenfalls aus der Hoffnung auf Heilung Kapital generiert.

Ab 8 Jahren
Sprache: Deutsch
Vorwissen notwendig ×
Untertitel Englisch

Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Platz für Rollstuhl

 

Breathe Out (2022)
Ileana Pascalau

Jede Menge Ketten, Metallbolzen, harte Lederriemen von engen Korsetts… sind Teil einer produktiven medizinischen Industrie gewesen, dazu erschaffen, den weiblichen Körper zu „disziplinieren“ und zu „korrigieren“. Solche medizinischen Maßnahmen, die von sozialen Ängsten und geschlechtsspezifischen Vorurteilen genährt wurden, zielten nicht nur auf körperliche Krankheiten ab, sondern auch auf die „Hygiene“ des Geistes. So hatten viele wissenschaftliche Geräte, die Körper und Geist entlasten sollten, in Wirklichkeit den gegenteiligen Effekt und verstärkten Traumata und sexuelle Hemmungen.

Meine Installation weist auf dieses dunkle Kapitel in der Geschichte des Körpers hin, in dem der Begriff der „Fürsorge“ mit der dunklen Seite von Verletzung verbunden ist. Die Begriffe straight (heterosexuell), „proper“ (anständig)  und „padeía“, (Erziehung, Ausbildung) werden hier mit dem Konzept der Queer-Pädiatrie konfrontiert. In ihrer Materialität und Form, die zwischen dem Skulpturalen und dem Zweidimensionalen schwebt, haben die Objekte, aus denen „Breathe Out“ besteht, ihre anatomische Funktion verloren. Sie werden zu Bildern, die daran erinnern, dass Fürsorge auch bedeutet, die Geschichte zu berücksichtigen, die ein wesentlicher Bestandteil des gegenwärtigen Wissens über Fürsorge ist.

Ab 15 Jahren
Sprache: Englisch
Dauer: unterschiedlich
Vorwissen notwendig ×
Untertitel ×
Übersetzung/Deutsch ×
Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Platz für Rollstuhl
Übersetzung/Gebärdensprache ×

 

Umsorgniserregend
Kollektiv(e) Selbstausbeutung (Studierende der HKS Ottersberg) & Lisa Glauer

Welchen Raum brauchen persönliche Bedürfnisse? Wer gibt ihnen diesen Raum? Und zu welchem Preis? Welcher Abstand besteht zwischen Bedürfnis und Bedürfnisumsorgenden? Welcher Abstand wird benötigt? Wie bedingen sich Umgangsform und emotionaler Abstand? Wer wird umsorgt, der Mensch oder das Bedürfnis?

Mit diesen Fragestellungen setzt sich das Kollektiv(e) Selbstausbeutung in Form einer Installation. In einer partizipativen Performance können Besuchende und Performende eine Umgangsform mit persönlichen Bedürfnissen erproben und sich zeitgleich mit der Frage nach dem (monetären) Wert von Care-Work auseinandersetzen.

Bringen Sie Ihre Bedürfnisse mit, sie werden professionell umsorgt.

Für jedes Alter
Sprache: Deutsch
Vorwissen notwendig: um teilnehmen zu können muss Mensch schreiben können, oder mit einer Person da sein, die für jemensch etwas aufschreibt.
Übersetzung/Englisch
Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Platz für Rollstuhl
Übersetzung/Gebärdensprache ×

 

Sonette der Wut
Rebecca Korang

Sonette der Wut ist eine Videoarbeit, in der Wut als Form des Empowerments durchleuchtet wird. Eine Bekenntnis zur zerstörerischen Kraft. Systemwarnung. Sie kann dir den Boden unter den Füßen reißen. Und trotzdem ist sie dein wichtigster Wegbegleiter. “Are you scared of the angry Black woman?” Ist die Frage an dich oder mich gerichtet? Laut ist der Schrei, der oft nicht gehört wird. Laut der hallende Fall alter Gedankenruinen. Mittendrin stehe ich und lache vor Wut. Paradox? Vielleicht, doch es entstehen neue Gedankenpaläste.

Ab 12 Jahren
Sprachen: Deutsch/Englisch
Vorwissen notwendig ×
Untertitel ×
Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Platz für Rollstuhl
Übersetzung/Gebärdensprache ×

 

Antropische Wildnis
Rosmarie Weinlich

Meine künstlerischen Installationen öffnen einen Dialog über das Verhältnis zwischen Menschen, Welt und Natur. Welche Verantwortung trägt unser Zusammenleben mit den verschiedenen Organismen unseres Planeten?
„Antropische Wildnis“ zeigt eine Interpretation der Natur, indem das Zusammenwirken, die Verflechtung Mensch und Umwelt, Teilhabe und Fürsorge neu gedacht werden.

Für jedes Alter
Sprachen: Englisch und Deutsch
Vorwissen notwendig ×
Untertitel ×
Übersetzung/Englisch
Übersetzung/Deutsch
Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Platz für Rollstuhl
Übersetzung in Gebärdesprache ×

 

A Proposal for an Autonomous Peer-to-Peer Clinic for Those Who Give Care
The Hologram

The Hologram ist ein Peer-to-Peer-Gesundheitsüberwachungsprotokoll, das von Sofas aus auf der ganzen Welt praktiziert wird. Es verbreitet sich seit Anfang 2020 viral, von einer*m (zukünftigen) Pfleger*in  zur*m nächsten. Dieses Projekt ist lebendig gewordene feministische Science-Fiction und gleichzeitig eine anarchistische Sozialtechnologie, die jede*r nutzen kann. Das Hologramm ist vor allem ein einfaches Protokoll, um sich mit Freund*innen zu treffen und sich auf formale und langfristige Weise auf gemeinsame Wünsche zu konzentrieren. Das Hologramm-Protokoll schafft eigenständige Gesundheit und Stabilität und erinnert uns daran, dass wir eine gemeinschaftsfähige Spezies sind, dass wir keine fortgeschrittenen Abschlüsse brauchen, um uns eine Welt zu wünschen und darauf hinzuarbeiten, dass jede*r, die*der sich um andere sorgt, ebenfalls gut versorgt ist.

Die Grundidee des Hologramm-Protokolls ist einfach: Eine Person, das Hologramm, lädt drei Freund*innen, “das Dreieck”, ein, sich regelmäßig mit ihr zu treffen und ihr Fragen zu ihrer körperlichen, sozialen und emotionalen Gesundheit zu stellen. Auf diese Weise wird das Dreieck zur lebenden Krankenakte des Hologramms, wenn sie dieses Treffen im Laufe der Zeit immer wieder gemeinsam ausüben. Die Mitglieder des Dreiecks sind keine Expert*innen. Vielmehr fühlen sie mit dem Hologramm mit und beobachten, wie sich dessen Leben im Laufe der Zeit verändert. Im Gegenzug ermutigt das Hologramm die Dreiecksmitglieder, drei Personen in ihr eigenes Hologramm einzuladen, damit jede*r, der sich kümmert, ebenfalls gut versorgt ist.

Für die Ausstellung Who Cares? bieten Cassie Thornton, Florence Freitag und Magdalena J. Härtelova, Mitglieder der Hologram Community of Practice, verschiedene Möglichkeiten, das Protokoll kennenzulernen und zu üben. An einem Tisch für eine ( zukünftige) kostenlose Sozialklinik können die Besucher*innen sehen, hören, mehr über das Projekt lesen, Fragen stellen und sich für von Gleichgesinnten geleitete Testsitzungen anmelden.

Sprache: Englisch
Vorwissen notwendig ×
Übersetzung/Deutsch ×
Barrierefreies WC
Angebote für Kinderbetreuung ×
Rollstuhlgerechte Teilnahme ist möglich
Übersetzung/Gebärdensprache ×