Foto: Maternal Fantasies

LANDPARTIE

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Im Bereich der Kunst schwingt die von Künstler*innen / Müttern praktizierte Pflegearbeit als peripherer Diskurs oder als einer mit Schwierigkeiten beim Ausgleich mit. In diesem Zusammenhang entstand das Berliner Künstler*innenkollektiv Maternal Fantasies.

Es setzt sich aus zehn Künstler*innen und dreizehn Kindern aus verschiedenen kulturellen und künstlerischen Kontexten bzw. Disziplinen zusammen. Durch immersive künstlerische Residenzen fungiert das Kollektiv selbst als Experiment - eine Umgebung, in der die kollektive künstlerische Produktion durch eine Reihe von selbst auferlegten Regeln erleichtert wird. Zu den Regeln gehören gemischte Verfahren von Aktivist*innenenbewegungen, künstlerische Werkzeuge, automatisches (autobiografisches) Schreiben und Kinderspiele, um poetische Fiktionen zu generieren, die sich kritisch mit der Darstellung und dem Befassen mit Mutterschaft, mütterlicher Isolation und sozialer Ausgrenzung beschäftigen. Die künstlerische Praxis des Kollektivs eröffnet eine ironische Polyvokalität, die den Fluss der sozialen Reproduktion unterbricht und die Spannung zwischen privaten / öffentlichen, historischen und zeitgenössischen Kämpfen hervorhebt.

Diese Bilderserie wurde während der Landpartie 01-Residenz des Kollektivs im Jahr 2018 bei BetOnest produziert, einem Kunstraum in einer ehemaligen Zementfabrik im Dorf Stolpe/Oder. Das Regelwerk beinhaltete einen Dialog mit klassischen Malreferenzen, die als Tableau Vivants neu inszeniert wurden.

Fotos: Patricia Escriche

ÜBER MATERNAL FANTASIES

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Maternal Fantasies ist eine interdisziplinäre Gruppe internationaler Künstler*innen und Kulturproduzent*innen mit Sitz in Berlin. Sie prägen den Diskurs über Mutterschaft durch kollektive künstlerische Prozesse und verbessern gleichzeitig die Sichtbarkeit zeitgenössischer feministischer Positionen, die sich mit Mutterschaft(en) in den Künsten befassen. Von autobiografischen Antworten auf klassische feministische Texte, bis hin zur Entwicklung von Performances mit Kinderspielen, bevorzugt ihre Kunstpraxis inklusive gemeinschaftsorientierte Experimente als Alternativen zu traditionellen Strukturen der Kunstproduktion. Ihre Strategie verbindet Theorie und Praxis und verwandelt die Forschung zu Mutterschaft(en), Pflegearbeit und Repräsentation in den Künsten in Rahmenbedingungen für immersive Formen der Kritik.

WEITERE PROJEKTE

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04/09/2020